Schmiede Rietenau

10 Jahre Schmiede

Konzert zum 10-jährigen Jubiläum der Schmiede Rietenau

„Gelassen stieg die Nacht ans Land …. „

Liebe Gäste - Guten Abend

kurz für die die mich nicht kennen : mein Name ist Hans Kummer und ich möchte sie auch im Namen meiner Frau Simone Alex- Kummer heute abend hier in der Schmiede Rietenau ganz herzlich begrüßen.

Wir freuen uns, dass Sie den Weg hierher nach Rietenau gefunden haben und dass Sie mit uns zusammen mit Texten, Liedern und Musikstücken in die Nacht gehen wollen.

Abend und Nacht haben zu allen Zeiten Dichter und Komponisten inspiriert. Das heutige Konzert soll einen Ausschnitt aus dem Kaleidoskop der kleinen und großen Werke dieses Themas abbilden.

Für uns als Veranstalter aber hat dieses Konzert insofern eine besondere Bedeutung, als wir im November vor 10 Jahren mit einem Eröffnungskonzert, die Schmiede Rietenau gegründet haben. 

Deshalb will ich die Gelegenheit nutzen und dazu kurz einige Sätze sagen.

- Mein Vater hat einmal gesagt, “wenn i amoal nemme läb, kennad ihr end d’ Schmiede a Boschd naimacha.

Weil die “Boschd” aber eine Filiale nach der andern schloss,war dies nach seinem Tod keine Nutzungsoption mehr für die Schmiede. 

In gewisser Hinsicht haben wir aber einen Grundgedanken aus der Idee mit der Boschd in unser Konzept eines Kulturprojektes aufgenommen und zwar den, dass wir von Anfang an wollten, dass die Schmiede wieder ein Ort wird den Menschen unterschiedlichsten Alters ,aus unterschiedlichsten Beweggründen heraus, aufsuchen und sich begegnen.

Wenn ich auf den Anfang zurückschaue kann ich nicht behaupten, dass wir zum damaligen Zeitpunkt sehr gelassen gewesen wären, denn es war völlig offen ob sich unsere Vorstellung, in Rietenau ein kleines Kulturprojekt aufzubauen, überhaupt realisieren lassen würde. 

Heute würde unswahrscheinlich bevor man so ein Projekt startet geraten eine Machbarkeitsanalyse durchzuführen-auf Schwäbisch übersetzt hätte man damals gefragt: Hendr eich des ao guad iberlegd ond moinad ihr dass ihrs wirklich noabrenget ? 

Ehrlicherweise hätten wir dann damals sagen müssen : Noi so genau hemm’rs ons doch net iberlegt oder Simone hätte in bestem Hochdeitsch geantwortet: Nun , so tiefgreifende Gedanken über einen möglichen Mißerfolg haben wir uns nicht gemacht. 

Unser ursprüngliches Anliegen war , dass die Schmiede Rietenau durch ihre Angebote dazu beitragen will, dass das kulturelle Leben in Rietenau bereichert wird. 

Wir hatten uns damals zum Ziel gesetzt , u.a. durch ein vornehmlich klassisch ausgerichtetes Konzertprogramm zu zeigen, dass klassische Musik kein Privileg einer städtischen Kultur ist, sondern dass auch in einem kleinen Ort wie Rietenau bzw. im ländlichen Raum viele aufgeschlossene interessierte Menschen leben, die sich durch solche Programme ansprechen lassen. 

Dass dem so ist, sieht man auch heute Abend wieder und es ist ein sehr schönes Gefühl zu erleben und über die Jahre die Bestätigung erhalten zu haben, dass unsere Idee und unsereZuversicht, dass so etwas möglich ist, richtig war. 

Im Blick auf die Programmgestaltung war uns noch ein anderer Aspekt wichtig- wir wollten einerseits eigene Konzertprogramme entwickeln, andererseits aber auch anderen Künstlern,die Möglichkeit geben, hier zu musizieren.

Durch unsere räumliche Situation, d.h. die begrenzte Platzzahl von ca. 50 Plätzen war von Anfang an klar, dass die Künstler die hierherkommen um zu musizieren, keine großen Gagen erhalten können. Im Gegenteil, sie gingen ein Risiko ein, unter Umständen vor nur wenigen Besuchern zu spielen und damit auch ein entsprechend geringes Honorar zu erhalten (was allerdings so gut wie nie eintrat).

Andererseits haben wir immer wieder zurückgemeldet bekommen, dass gerade die Größe unseres „Konzertsaales“ reizvoll war und mit dazu beigetragen hat, dass eine besondere Konzertatmosphäre entstand, denn Gäste und Künstler sind im wahrsten sinne des Wortes fast auf Tuchfühlung.

Trotz oder gerade wegen dieser besonderen Rahmenbedingungen haben viele Künstler unser spezielles Ambiente wohlwollend aufgenommen und durch ihre Auftritte mit ermöglicht, dass sich die Schmiede Rietenau zu dem entwickelt hat was sie heute ist.

Dafür sind wir sehr dankbar.

Zu diesen KünstlerInnen gehört auch Cindy Velz unsere langjährige Freundin . Sie hat bereits 2009 musikalisch bei der Taufe der Schmiede mitgewirkt. Deshalb freue ich besonders, dass sie heute abend dieses Konzert mitgestaltet. 

Neben Konzertveranstaltungen finden noch andere Aktivitäten in der Schmiede statt. Regelmäßig gibt es Angebote für Stimme ,Körper bzw. den ganzen Menschen, als da wären Gesangsunterricht, Gesangsgruppen, Yoga, Feldenkrais und Beratungsangebote/Supervision.. 

Pro Jahr veranstalten wir ca. 4 Konzerte , ( ca. 45 Veranstaltungen waren es in den ganzen Jahren) -in der Schmiedewerkstatt wird ungefähr 2-3x im Jahr für Vorführungen das Schmiedefeuer entfacht.

Besonders freut mich in diesem Zusammenhang, dass jedes Frühjahr regelmäßig ca. 40 Schulkinder der Waldorfschule Backnang im Rahmen ihrer Handwerksepoche in die Schmiede kommen um das Schmiedehandwerk kennenzulernen. Die Neugier und Lebendigkeit der Kinder zu erleben ist immer etwas sehr schönes.

Heute dürfen wir uns im Rückblick darüber freuen,dass die Schmiede Rietenau nun 10 Jahre besteht und es erfüllt uns mit Zufriedenheitsagen zu können, dass wir mit unseren Möglichkeiten mit dazu beigetragen haben, dass das kulturelle Leben in Rietenau und etwas darüberhinaus, reicher geworden ist. 

In diesem Zusammenhang liegt mir sehr daran all den Menschen zu danken die uns in den ganzen Jahren in vielfältiger Weise unterstützt und Mut gemacht haben.

Die vielen damit verbundenen zwischenmenschlichen Begegnungen und entstandenen Freundschaften sind uns besonders wertvoll.

Wir haben auf unsere Einladung vor 10 jahren ein Labyrinth als Symbol gestellt.

Es heißt : wer ein Labyrinth begeht, macht sich auf einen Weg der Wandlung.

Dies können wir im Rückblick nur bejahen .

So war und ist es auch unumgänglich, dass wir uns, da wir ja als Privatpersonen die Schmiede tragen ,immer wieder fragen-was für uns der richtige Weg ist -um

Familie, Beruf und Schmiede in eine gute Balance zu bringen.

Es war und ist ein ständiger Lernprozeß für meine Frau und mich. 

Mal sehn wo der Weg uns hinführt.

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